George Orwell hatte mit seinen düsteren Visionen doch noch recht behalten. Nun haben wir zwar nicht 1984, dennoch wird in Zukunft niemand mehr unbeobachtet leben können.

An die Datenskandale von Facebook, Google und Co haben wir uns mittlerweile (leider) gewöhnt. Das schadet dem Aktienkurs nur kurzzeitig und selbst offensichtliche Manipulationen mit den „erbeuteten“ Daten (Cambride Analytica, Brexit, AggregateIQ) scheinen, wenn überhaupt, nur eine Minderheit kurzzeitig zu schrecken. Schon kommt die nächste Generation von Datensammlern heraus, vernetzte Geräte mit Sensoren (IoT). Nicht nur Smart-Watches und Fitness-Armbänder, die mit Apple Health und ähnlichen Diensten verbunden sind, auch „smarte“ Yogamatten coachen (und überwachen) ihren Besitzer. Viele Geräte werden in Zukunft auch den „großen Lauschangriff“ starten. Ende 2018 waren weltweit bereits 2,5 Milliarden Geräte mit Sprachassistenten im Einsatz – 2023 sollen es nach Statistika.de bereits acht Milliarden sein.

Amazon speichert alle Daten, die nach der Aktivierung durch „Alexa“ eingegeben werden. Angeblich nur um Alexa zu verbessern. Fakt ist jedoch, die Daten werden ausgewertet und das Mikrofon ist immer offen. Mittels eines Skills, der von jedermann ungeprüft online gestellt werden kann, ist es möglich Daten auch anders anzugreifen und nicht nur bei Amazon zu speichern. An dieser Stelle muss ich zugeben selber Nutzer von Alexa zu sein, allerdings wird die auch deaktiviert, wenn ich nicht möchte, dass Amazon zuhört.

Google hat bei der Patentanmeldung seines Speakers gleich mit angemeldet, was man alles aus den aufgenommenen Geräuschen schließen kann. Wer genauer wissen möchte, was aufgenommen wurde, kann bei Google unter meine Aktivitäten nachsehen. Da findet man erstaunliche Aufzeichnungen, zumindest wird alles gespeichert und nichts gelöscht. Gleiches gilt für Alexa und auch Cortana. Siri hingegen speichert die Konversationen nicht.

Die Funktionsweise der Sprachassistenten bedingt, dass ein gewisser Zeitraum vor der eigentlichen Aktivierung mit aufgezeichnet wird

Am Ende wird sich niemand der Auswertung entziehen können und die Privatsphäre, wie sie vor der Digitalisierung existierte, wird es nicht mehr geben. Selbst diejenigen, die versuchen sich der Überwachung zu entziehen, werden mit Menschen kommunizieren, die smarte Geräte nutzen und dabei Ihre persönlichen Informationen automatisch weitergeben.

Wie schon aufgezeigt lässt sich mit der Auswertung und Vorhersage des Verhaltens, viel Geld verdienen. Schlimmer ist, dass damit die Meinungen manipuliert werden können und das ohne einer öffentlichen Kontrolle zu unterliegen.