Projektinitialisierung und - planung

Wer nutzt meine Website, ist die Nutzergruppe zufrieden damit und wie kann ich die Anwendung optimieren? Die Erkenntnisse darüber sind ausschlaggebend, um als Anbieter mit der eigenen Plattform fortwährend Kundenzufriedenheit zu generieren und neue Kunden durch eine einfache Bedienbarkeit zu gewinnen. Das gilt natürlich auch für das firmeneigene Intranet – schließlich nutzen die Mitarbeiter diese Plattform nur, wenn sie ihnen einen merklichen Mehrwert liefert. Eine genaue Analyse des Nutzungskontextes zeigt auf, wo die Probleme bei der Nutzung liegen und was besonders positiv aufgenommen wird. Wir unterstützen Sie dabei, ihre Webseite oder Ihr Intranet schnell und effizient zu optimieren.

Dabei richten wir uns nach der User Centered Design

User Centered Design – Nutzerorientierte Gestaltung

  • Die User Centered Design-Methodik (auch „UCD“ oder „nutzerorientierte Gestaltung“) ist ein partizipatives Vorgehen in der Softwareentwicklung, das die späteren Nutzer in den Entstehungsprozess einbezieht.
  • Der Mensch mit seinen Aufgaben, Zielen und Eigenschaften wird dabei in den Mittelpunkt gestellt.
  • UCD ist ein iteratives Vorgehen, das vier Phasen durchläuft.
  • Der DIN-genormte Entwicklungsprozess (DIN EN ISO 9241-210 oder der ISO/PAS 18152) hat die folgenden vier typischen Phasen:
    • Analyse des Nutzungskontextes
    • Definition der Anforderungen
    • Konzeption und Entwurf/Prototyping
    • Evaluation
Übersicht

Nicht alle Werkzeuge sind hierbei immer sinnvoll. Der Einsatz der Methoden wird von uns abhängig von der Anwendung gewählt. Ein guter Ansatz stellt jedoch die Erstellung der Persona und Szenarien dar.

Analyse des Nutzungskontexts

  • Beleuchtung der Arbeitssituationen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen
  • Grobe Skizzierung und Priorisierung erster Anforderungen mit Hilfe von Personas, Interviews und/oder Nutzerbefragungen oder durch Card-Sorting

Persona (-Analyse)

Eine Persona ist ein erdachtes Individuum, das dazu dient, eine bestimmte Nutzergruppe zu beschreiben. Hierbei werden die Merkmale einer User-Gruppe in einer Person verbildlicht und durch eine umfassende Beschreibung der Charaktereigenschaften dargestellt. Jede Persona erhält einen Namen, einen eigenen Lebenslauf bis hin zum Profilbild – wie ein „richtiger“ Nutzer also. Der Nutzergruppe wird dadurch Leben eingehaucht, wodurch sowohl Bedürfnisse, als auch die Problemstellungen anschaulicher werden.

Durch Personas entsteht somit ein besserer Fokus auf die Zielgruppe und eine bessere Verbundenheit zu den Charakteren. Für das Entwickler-Team bietet es eine gute Möglichkeit dazu, die eigene Arbeit tatsächlich aus Kundensicht zu sehen und sich in die Nutzergruppe hineinzuversetzen. Mögliche Daten für die Persona-Erstellung liefert zum Beispiel die Webanalyse mit den demografischen Kundenangaben.

Wie denkt mein Kunde? Welche Anforderungen an seine Arbeitsumgebung stellt er, welche Probleme hat er bei der Nutzung der Website? Die Persona-Analyse beantwortet diese Fragen.

Definition der Anforderungen

  • Beschreibung der wichtigsten Use Cases auf Basis der Analyse
  • Erstellung von User Stories und Customer Journeys
  • Konkretisierung der Anforderungen
  • Priorisierung durch Card Sorting
  • Use Case Beschreibung durch User-Stories

Szenarios & User-Stories

In der Szenario-Analyse (auch „User Stories“) werden die Hauptanwendungsfälle aus Sicht der primären Nutzergruppe ausfindig gemacht. Die Personas sind hierbei wichtige Schlüsselfaktoren, da in ihnen bereits die Zielgruppen und Nutzeranforderungen definiert sind. In der Szenario-Analyse werden nun die Ziele der Kunden in Bezug auf die Anwendung konkretisiert und festgehalten. Hierbei werden die möglichen Interaktionen mit der Webseite erhoben und auf die Persona abgebildet.

Durch die Szenario-Analyse entsteht ein noch tieferes Verständnis für den Nutzer. Egal ob Sie Entwickler sind, in den Fachabteilungen oder im Customer Service arbeiten: Die Szenario-Analyse unterstützt Sie dabei, die Kundensicht einzunehmen. Hierdurch können konkrete Aufgaben unterschiedlichster Art analysiert und anschließend optimiert werden, womit sich die Usability Ihrer Applikation stetig verbessert.

Gute und schlechte User Stories

User Stories helfen, eine Aufgabe für einen spezifischen Kundentyp in einem bestimmten Kontext optimal zu beschreiben. Dabei ist es wichtig, gute User-Stories zu entwickeln, die den Nutzer und die Nutzung in den Mittelpunkt stellen. Zum Vergleich:

Gut

„As a Power User Pete, I need to be able to register for Program Q in office and mobile contexts so I can get back to my job quickly.“

Ein eher schlechtes Beispiel ist der unten aufgeführte Satz. In ihm ergeben technische Fachbegriffe ohne konkrete Aufgabenbeschreibung für einen nicht genau definierten Nutzer ein schwammiges Szenario.

Schlecht

„Customers need to use a jQuery-enhanced web form for online registration, and the form must be in the top nav and homepage.“

Die Herleitung der User Stories ist immer ähnlich. Aus einer Situation ergibt sich eine Motivation, die durch eine Handlung ein bestimmtes Ergebnis liefern soll.

Das Beispiel zeigt eine User-Story für einen Nutzer, der meist mobil auf Applikationen zugreift: „When travelling, I want to register for Program Q on my laptop and cell phone so I am as efficient as possible.“

Gute User-Stories helfen den Konzeptern, die jeweilige Anwendung bzw. Website schnell und zielgerichtet zu skizzieren. Die schnelle Visualisierung von Arbeitsergebnissen ist ein besonderes Merkmal der UCD-Methodik.

„When travelling, I want to register for Program Q on my laptop and cell phone so I am as efficient as possible.“

Konzeption der Lösung

  • Iterative Erstellung von Wireframes und Click-Dummies
  • Detailgetreue Gestaltung in Form eines Design-Konzepts für ein einheitliches und abgerundetes Erscheinungsbild

Die Konzeption der neuen Applikation, des neuen Intranets oder der neuen Internetsite erfolgt über mehrere Stufen. Nach dem Paper Prototyping, bei dem sogenannte Wireframes Scetches erstellt werden, wird zunächst eine funktionale Skizze in Form eines Strukturmodells (Wireframe) der zukünftigen Lösung gestaltet. Danach wird eine gestaltete Skizze angefertigt, die z.B. bereits das Corporate Design Ihres Unternehmens aufzeigt. Das ganze wird für die unterschiedlichen Geräte (Devices) angefertigt, wobei das Prinzip „Mobile First“ heute in den meisten Projekten das Führende ist. Zuletzt entscheiden sich viele Kunden auch für die Erstellung eines klickbaren Prototypen (Click-Dummy), der besonders zur internen Projektakquise und vor allem zur Evaluation (siehe unten) hervorragend geeignet ist.

Wireframes Sketches

User Story Pen & Paper Prototyping

Homepage Wireframes

Homepage Final Design

Responsive Design Concept

Vom Prototyp zum Final Design

SRM Shop – Design Iteration Phasen

Evaluation

  • User Acceptance Tests mithilfe von Click-Dummies
  • Experten-Reviews
  • Nutzer-Befragungen
  • Evaluations-Workshops

User Acceptance Tests mit Hilfe von Click-Dummies sind eine gute Grundlage, um die neue Anwendung auf Usability zu testen und zu optimieren. Ein konkretes Beispiel stellt ein Usability-Test dar, bei dem die Testpersonen anhand der Eigenschaften der Personas eingeladen werden. Ein weiteres Beispiel sind interne Diskussionen, die mit Hilfe der Personas argumentiert werden können.

Die Evaluation ist weniger aufwendig, als oftmals gedacht. Bereits bei nur 6 bis 9 Testpersonen können fast 99 Prozent der Usability Problem gefunden werden. (Siehe Bild: Evaluationskurve).