Da saß ich also kürzlich mal wieder vor einer leeren Schublade und musste mir aus dem Berg mit einzelnen Socken passende Paare zusammensuchen. Irgendwie kam mir der Gedanke, dass ich mit der Zeit auch besseres anfangen könne. Den Faden aufgenommen und weitergesponnen, überlegte ich mir, was darüber hinaus noch alles Zeitverschwendung sei und wie sich dies auf meine verbleibende Lebenszeit, von mal optimistisch angenommenen 25 Jahren, auswirken würde.

Ich beschloss also zunächst einmal aufzulisten was mich daran hinderte meine restlichen Jahre für mich möglichst effektiv zu gestalten. Ausgeblendet habe ich dabei natürlich „selbstverschuldete“ Dinge (wie z.B. „Sicherung des Cashflow für meine noch nicht arbeitenden Kids“), was ja einige Konsequenzen impliziert. Hier das Ergebnis, was sicher nicht vollständig ist:

  1. Socken zusammenziehen
  2. An der Kasse, am Flughafen, am Schalter, etc. in der Schlange stehen
  3. Im Stau stehen
  4. Vor roten Ampeln warten- ob als Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer
  5. Auf meinen nicht funktionierenden PC warten
  6. Dem EHD die überflüssigen Fragen aus dem Script beantworten
  7. Die Zeitung nach brauchbaren Artikeln durchscannen
  8. Schlafen

Die Liste ging noch weiter, aber das sollte erst einmal reichen. Nachdem ich abwägte, ob es sich nun tatsächlich lohnen würde, darüber weiter nachzudenken, wollte ich es doch ganz genau wissen und war erschrocken:

Ich komme insgesamt auf ca. 12 Stunden täglich in denen ich nichts produktives leisten kann. D.h. von meiner verbleibenden Lebenszeit sind maximal 12,5 Jahre effektive Zeit übrig. Zieht man nun noch die Arbeitszeit ab, sind es sogar nur noch 4,1 Jahre um meine gesteckten Ziele zu erreichen. Das erscheint mir erschreckend wenig.

Nun kann man nicht wirklich viel gegen die biologischen Notwendigkeiten unseres Daseins tun, der Rest aber lässt sich optimieren. Durch Automatisierung und erhöhte Effizienz, wie z.B. autonomes Fahren, würde sich eine Menge Zeit einsparen lassen. In den letzten Jahren hat sich viel in dieser Richtung getan. Facebook und andere Medien übernehmen das Scannen der Nachrichten (will ich das?), Amazon stellt mir die Ware direkt nach Hause zu und so weiter. Sie sehen also – es gibt durchaus viele Möglichkeiten, bei denen wir gemeinsam dazu beitragen können, nicht nur die Effizienz zu steigern, sondern uns auch zusätzliche „Lebenszeit“ zu erwirtschaften. Und was ist mehr Wert als das?!

Mir wäre schon sehr damit geholfen, wenn meine Socken z.B. RFID codiert wären und immer paarweise aus der Maschine kommen oder aber automatisch sortiert werden würden. Der ressourcenfressende Ausweg im Moment heißt Amazon.

Ein anderes Beispiel, um mein Lieblingsthema aufzugreifen, ist die weder sichere, noch komfortable Eingabe von immer komplexeren Passwörtern. Hier kann durch den Einsatz von SSO und Mobile Multi Faktor Authentication viel Zeit gespart und Frust vermieden werden.

Es lohnt sich also die Dinge einmal anders zu betrachten.